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Der Pop ist tot, es lebe der Pop.

finnjohannsen
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Allerortens zappelt der Pop. Abschiede werden begangen, mühsame Wiederbelebungsversuche angestrengt, kritische Analysen versucht.
Doch inmitten all der Zauderer, Zweifler und Zwangoptimisten, gibt es eine Interview-Reihe, die tatsächlich Spaß macht. Rewind heißt das Ganze und ist auf der Online-Plattform Sounds Like Me beheimatet. Dort führt der Labelbetreiber, Kulturjournalist und DJ Finn Johannsen Gespräche mit Menschen, oft Musikern, über das eine Lied, den einen Song im Leben. In unregelmäßigen Abständen werden hier schlicht, aber nicht einfach die besten Musikinterviews seit langer Zeit geführt.
So auch diese Woche: Da hat sich Finn Johannsen mit Stefan Goldmann über Devotion von John McLaughlin unterhalten und beweist wieder mal, das Musiker kluge Dinge sagen, wenn man ihnen die richtigen Fragen stellt. Und sich mit den richtigen Leuten unterhält. Das natürlich auch.

Finn im Gespräch mit Stefan Goldmann über “Devotion” von John McLaughlin (1972).

The Things That Dreams Are Made Of

Johannes in Japan.

Alpha Beta Gamma

bloggerin
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Letztes Jahr fand zum vierten Mal die Blogger-Messe Re:publica statt. Frauen gab es da auch. Das wollten die Veranstalter wohl gerne in ihr Programm aufnehmen und haben sich einfach mal selber untertroffen: Das Panel „Wenn Frauen bloggen: Warum Babykotze genauso relevant ist wie das iPhone“ klingt eher nach einer Flappsigkeit dieses Mario Barths als nach einem ernsthaften Themenvorschlag. Damit Frauen nicht nur mit anderen Frauen in einen Thementopf geworfen werden und zeigen können, dass sie über ihre Interessen und nicht bloß „anders bloggen“, wurde von Bloggerinnenseite in den letzten Monaten mobil gemacht.

Die bei Facebook beheimatete Girls on Web-Society hat schon im Herbst 2009 virtuell und real Bloggerinnen versammelt um gemeinsam Expertinnen und Panels für die Re:publica 2010 vorzuschlagen. Nicht zuletzt hinterfragen sie kritisch die im Netz omnipräsenten Modeblogs, die für viele scheinbar die einzige Bloggerinnen-Domäne sind. Themen und Frauen werden übrigens immer noch gesucht.

Anna Roth aka annalist setzt sich kritisch damit auseinander, warum das Netz als männlich wahrgenommen wird und manche Leute ernsthaft von den Alphabloggern reden. Gleichzeitig hat sie nach wichtigen Blogs jenseits der Bloggercharts gefandet und ist außerdem bei der Mädchenmannschaft als Bloggerin des Jahres nominiert.

Das sind auch noch viele andere wie zum Beispiel Liz von Ein Buch muss die Axt sein, die auch schon für das HATE Magazin über die aktuelle Vampirschwemme geschrieben hat. Abstimmen kann man HIER.

Westerwilli & die Leistungsträger


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Nicht das Ergebnis der letzten Bundestagswahl, sondern die homophoben Kommentare über den damals noch designierten Außenminister Guido Westerwelle waren das eigentlich erschreckende nach dem Wahlsonntag.
Vielleicht haben die Witze mittlerweile abgenommen, sind mitunter bewundernden Worten gewichen, trotzdem kann man bestimmt nicht erholt durchatmen, denn auch für Homophobie gilt das Gleiche wie für Antisemitismus, Misogynie und Rassismus: Eine positive Eingrenzung bleibt eine Eingrenzung und ist damit eine Diskriminierung. So oder so läuft da was schief.
Genau das haben Christoph Cadenbach und Georg Diez erkannt und im Süddeutsche Zeitung Magazin einen guten Artikel darüber geschrieben. Der Titel lautet Gemachte Männer und darin heißt es unter anderem: „Schwule sind die Leistungsträger unserer Zeit, doch je mehr wir sie bewundern, desto mehr machen wir sie zur Minderheit.“

Montag Morgen

I deny, defy and spread a little hate worldwide.

SLAYER: Hate Worldwide